Johann Ludwig Quandt: Die Liutizen und Obdriten (Auszug)


Johann Ludwig Quandt: Die Liutizen und Obdriten (Auszug) (PDF)

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  1. Der Vielvölkerbund bekommt 928 – 970 den Namen Rederen, den zugleich und später der Vorort trägt. Formen für den ganzen Bund sind Redares, Redarii,[1] für den Vorort Riedere (Urkunden 965. 973. 975. S. § 29) Riedirerun in deutscher, Rederarii in ihr entsprechender lateinischer Form bei Thietmar, Rederi, Retheri, Rehtarii bei Adam, Riadri und Rederi bei Helmold; Riadri 936 in einer kaiserlichen Urkunde, kann auf beide gehen.[2] Unbegründet ist demnach die Unterscheidung, daß einige Formen den Bund, andre den Vorort bezeichneten.Der Bund hat ein gemeinsames Hauptheiligthum. Darüber berichtet der Bremer Domherr: Rethre (-ra Helm.), die metropolis Slavorum, (wo die Tagsatzungen stattfinden),[3] die allbekannte civitas, ist der (speciellen) Retharii, Sitz der Abgötterei; dort ist ein großer Tempel gebaut den Dämonen, deren princeps Redigast (Radegast Helm.), sein Bild von Gold, sein Lager von Purpur bereitet. Die civitas selbst hat 9 Thore, ringsum von tiefem See eingeschlossen, eine hölzerne Brücke gewährt Übergang, durch welche nur opfernden oder Götterspruch erbittenden der Weg gestattet wird, ich glaube aus der bezeichnenden Ursache, daß die verlornen Seelen der Götzendiener passend (nach Virgilius) „die neunfach zwischenfließende Styx“ zusammenhält. Der Weg zum Tempel von Hamburg wird zu 4 Tagereisen angegeben,[4] nach Jumne (Wollin) sind zu Lande 7 Tagereisen von Hamburg oder der Elbe.[5]Der Merseburger Bischof erzählt, wie 1005 die Liutizen zum kaiserlichen Heere gestoßen seien unter Vortragung ihrer Götterbilder und fährt fort: „Im Gau Riedirerun ist die urbs Riedegast, überall von einem unberührten heiligen großen Walde umgeben, dreieckig, mit drei Thoren, von denen zwei allen eingehenden offen stehen, das dritte kleinste, gegen Osten gewandte auf einen Fußsteig führt zum nebengelegnen Meer von sehr erschrecklichem Ansehen. In der urbs ist nichts als ein künstlich von Holz zusammengefügter Tempel, worin Götter in Bildsäulen, deren vornehmster Zuarasici, den vor allen sämmtliche Heiden verehren… So viel regiones sind in diesen Landstrichen, so viel sind templa, unter denen die vorgedachte civitas principalem tenet monarchiam. Diese begrüßen sie, wenn sie zum Kriege ausziehen, ehren sie mit schuldigen Geschenken bei glücklicher Heimkehr… Diese alle, welche gemeinsam Liutizen heißen etc.[6]Ein dritter Bericht lautet: Bischof Burkard von Halberstadt brach ins Land der Liutizen, verheerte, ritt heim auf dem entführten, in Rheda göttlich verehrtem Rosse;[7] das ist ein Stück aus dem Feldzuge des Königs 1068/69, in welchem Festen, Tempel, Götzenbilder vernichtet wurden.Die Namen des Volkes, des Ortes, des Gottes sind offenbar von einer Wurzel. Für dieselbe halte ich, da th, das allein Adam und neben d hat, kein slawischer Buchstabe ist, rjad altrussisch, rzad polnisch (Gen. a und e) = Ordnung, Regierung, Oberherrschaft, rzadzic ordnen, regieren; urslawisch denn rad, red. Dann ist Reda nicht Corruption sondern Urform, wesentlich = metropolis (Ad.), principalem tenens monarchiam (Thietm.), die Volksnamen Redare[8] etc. bedeuten Ordner, Redra, -re sind als Adjectiva im Fem. und Ntr. zu fassen, daraus ist Riedirerun, Rederarii auswärts gebildet. Redi-, Rade- gast, auch gerade im herrschenden Zweige der Obdriten verehrt, entspricht, was auch die letzte Sylbe bedeute,[9] dem regnator omnium deus der deutschen Semnen des Tacitus; daß er in den altböhmischen Glossen als Radyhost (h für g ist böhmisch) durch Mercurius gedeutet wird, wie von den Römern Wodan der Deutschen, Teutates der Gallier, erklärt sich daraus, daß vornehmlich die Feste des Hauptgottes die Massen versammelten, zu Jahrmärkten wurden (vgl. Messe). – Somit kommt der Volksname zunächst dem speciellen Volk, dem Vororte zu, in dessen Gebiete das gemeinsame Heiligthum lag, ist dann auch auf alle durch dasselbe verbundenen ausgedehnt.
  1. Adams Redre ist Haus und Stadt Demmin. a) Das Haus ist die alte fürstliche, dann adlige, im 17. Jahrhundert zerstörte Burg auf einer Insel in der erbreiterten Mündung der Tollense, die bei großem Wasser seeähnlich ist; von Süden her sind mehre Brücken, von Dargun her auf der 1173 bestehenden Königsstraße die Pene, 3 Arme der Tollense und noch Gräben, man findet noch alte Brückenpfähle und versunkene Dämme,[10] und in ganz singulärer Weise gedenkt die Landestheilung von 1295 der alten (antiqui) Brücken und Wege, die auch ferner zum Schloß, nicht zur Stadt gehören sollten. Die Insel enthielt den Tempel, denn die Parallele mit der Styx, welche wol die bestimmte Zahl neun gegeben hat, zeigt, daß der See von Flußarmen umzogen, also nur klein ist, und die 9 Thore auf dem Wege von beiden Seiten hintereinander. b) Obwol der Tempel den Rederen im eigentlichsten Sinne gehörte, – nun rechtfertigte sich Adams Bezeichnung derselben als medii,[11] – behaupteten 1057 seinetwegen auch die Tolenser neben ihnen einen Vorrang;[12] die Tolense aber schied dort die beiden Völker (21. 22), und lag die zur Burg gehörige (im 17. Jahrhundert zerstörte S. Marien-) Kirche auf der Nordseite. c) Die Gegner in jenem Streit, die Czirspanier, stießen gleichfalls an das Wasser um die Insel. d) Die Entfernung von Hamburg ist ziemlich 4/7 der von dort nach Wollin; zwischen Demmin und Wollin machte der Übergang über die Ströme viel Aufenthalt. e) Redra bestand noch 1066 in vollem Ansehen und, obwol 1069 verheert, noch 1075 als Adam schrieb, erst 1093 verloren Rederen und Tolenser völlig die Machtstellung. Da nun beide unter das Caminer Bisthum kamen, so wird man Redre unter den diesem 1128 zugewiesenen, 1140 verbrieften Tempelfesten zu erwarten haben und zwar als die vornehmste der liutizischen, das war unfraglich die von Demmin, 1170 in kaiserlicher Urkunde insigne et nobile castrum (C. P. 66. f.) S. Otto kehrte 1128 ein in einem vetus castellum vor der Stadt, ihr südlich und durch einen Fluß gesondert,[13] also wo das Haus; es war leer, obwol die Stadt in vollem Kriegsgetümmel und in Erwartung eines feindlichen Angriffs gerade von Süden her; es war also keine Feste zur Vertheidigung der Stadt, mithin die Tempelfeste; in solchen fand Otto auch 1124 in Wollin und Stettin Zuflucht. g) Ohne Zweifel hatte der Tempel eine Stadtgemeine neben sich, der ja die Bezeichnung civitas eigentlich zukam, in ihr predigten c. 1050 Mönche aus Böhmen,[14] – so erklärt sich das frühe Heraustreten Demmins, das 942 allbekannt. Ja der Name Dimin, wie allein er in allen Originaldokumenten vor 1250 und oft noch lange hernach geschrieben wird, fordert das, denn er bedeutet Wohnplatz;[15] Dimin und Riedegast sind die beiden Theile von Redra, „die Stadt“ und das Heiligthum des Gottes, leer, etwa nur von Dienern desselben umwohnt, Stadt und Haus Demmin. h) Endlich die data vereinigt passen auf keine andre Localität Liutiziens.[16]Thietmars urbs Riedegast hat genau dieselbe religiöse und politische Stellung wie Redre und in derselben Zeit, als leer ist sie Tempelfeste, konnte also vom Gott heißen, wie so viele alte Orte von Personen ohne Aenderung, (Ratibor, Wratislaw = Breslau, Wladislaw, Premislaw = Prenzlau,) und der „regierende Gott“ noch einen andern Namen tragen; die 2 für alle offnen Thore würden das eine nach Demmin, das andere nach Tolense führen. Aber das Gewässer, nach Osten nicht größer als nach den andern Seiten, wäre vergrößert, wenn auch z. B. Widukind den kleinen See bei Lenzen mare nennt, sein erschreckliches Aussehen eine starke Hyperbel, für den großen Wald schwerlich Platz, da die Dörfer (außer Vorwerk) wendische Namen haben; von einer Insel ist im Bericht keine Spur. Jedenfalls hätte Thietmars Gewährsmann die beim Feldzuge 1005 von Liutizen erhaltenen Nachrichten nicht richtig aufgefaßt. Ist aber das, dann läßt sich auch denken, daß er Nachrichten zusammengeworfen hat von dem Hauptheiligthum, das als am Dreiortmal der beiden Wiltenvölker und der verbundenen Obdriten gelegen nicht vor Constituirung des Bundes als das forthinige Band entstanden sein kann, und von dem somit älteren der Rederen, da „jeder Gau seinen Tempel hatte“. Der wäre denn die 1140 genannte Tempelfeste, der 1128 existirende Tempel zu Wolgast, ohne Zweifel auf der Insel, ehemals Halbinsel, wo (analogisch) hernach die fürstliche Burg; sie ist, wie der Bericht fordert, dreieckig, hat die seeähnliche Pene östlich, Achterwasser (in Urkunden recens mare) und Ostsee nahe, auch 1128 in der Nähe einen großen Wald, für den die Feldmark der Stadt und der an den Prägel stoßenden deutschen Dörfer Hohendorf und Hohensee Raum gewähren, – Wolgast etwa = Wogenbusch,[17] – in dem 1128 ein Priester des dort, (auch zu Havelberg etc.) verehrten Gottes Gerowit dessen Erscheinung fingirte; dieser Gott aber, der Lenzsieger, von wit Sieger, jaro, jero[18] der Spätlenz und Frühsommer, wo das Leben der Natur sich allseitig ausbreitet, identificirt sich mit zuarasici als „Lebenverbreiter“,[19] der „von allen Heiden“, auch in Thietmars Diöcese verehrt ward,[20] mit dem Gott ‘zywie (Leben) in Polen, der Göttin Siwa bei den Polaben, wogegen Redigast vielmehr mit Swantewit, Swjatowit, dem Welt-, Licht-herrscher, identisch ist. Der Name Riedegast verbleibt dem Haupttempel zu Redra.
  1. Die Fixierung von Redra läßt nun den Namen Osti erklären, den Aelfred dem Viervölkerbunde gibt (39). Nur er, dreimal, und Horithi haben slawische Form, so ist er nicht deutsch, von Ost, was auch wol in der angelsächsischen Form (east) gegeben wäre, ist wol das in Compositionen vorkommende Adj. usty von ust, Mund, Mündung, ostium.[21] Ust wäre der ursprüngliche Name des später nur Redra, metropolis benannten Orts in der Tollensemündung, Osti also = Redares. So würde sich Adams Irrthum, Dimin liege in ostio Peanis noch mehr erklären;[22] er erfuhr: an Ust in der Pene, deutete ostium der Peene.789 war der Königssitz der Wilten noch an der Havel, also konnten die speciellen Rederen noch nicht so heißen. Da Wanzlowe, Wnslowe 1124 ihr Gebiet nördlich der Pene und des Haffs bezeichnete (24), dies Sec. 11. 12 in engster Verbindung stand mit dem östlichen südpenischen (60), so halte ich das für ihren Namen, der nach der Form entweder Volksname ist im nom. pl. oder Adjectiv nt. sgl., also Winslen oder Winslisches, und erkläre ihn als die slawische Form für die dorthin gehörenden altdeutschen Winulen, Winwlen, angelsächsisch Venle, die sonst von der Waffe Langobarden hießen; das zweite w ist zu z geworden nach der so großen Neigung der Slawen zu Zischlauten.[23]Die vier regiones der Wilten müssen 880. 890. nach der Zahl der Festen zu der ihrer Nachbarn auch die Murizer, Desseren, und Ukrer mit den Zamcici umfaßt haben (34. 35. 39). So waren diese unter die vier einbegriffen, also da sie nach der Lage und Ausdehnung der Rederen, Tolenser und Heveller, Wilten waren, zunächst als Bundesglieder einem der zwei ersten der alten, Wiltischen Orte irgendwie angehörig und zwar der Lage nach Murizer und Desseren den Tolensern, die andern den Rederen, im übrigen selbständig. – Die Namen der Wilten, außer dem des Vororts sind local, von Flüssen Tolenser, Czirspanier, Desseren, Heveller, vom See Murizer, von Orten Kizziner, Zamcici, von der Fruchtbarkeit Stoderanen, von der Gränze Ukrer.Aus der Abhängigkeit, worin die Bundesmitglieder seit 928 immer mehr gerathen waren, befreiten sie sich durch den Aufstand in 983. Seitdem erscheint der Name Liutizen,[24] einmal Lithewitzen,[25] bei den Polen Seleucia,[26] wo die Präp. s, alt-slawisch so (=zusammen, con-) auf den Bund weisen wird. Er umfaßt aber nicht bloß sämmtliche Wilten, von denen die 4 Völker des (engern) Redrabundes den Namen behielten,[27] bis zuletzt in Adams Zeit,[28] sondern auch die Wulinen, (als welche zunächst das an Polen gränzende Seleucien bezeichnet,[29] und das gesamte Verhältniß der Liutizen zu Polen und Böhmen 987-1032 als solche fordert,) und das eroberte.[30] Gewiß ist der Name nicht damals entstanden, befaßte schon vorher Wilten und Wulinen, trat hervor, seitdem beide als ein Ganzes auftraten. Darüber und über die wechselnde Ausdehnung der Herrschaft im folgenden Abschnitt.

Quandt, Johann Ludwig: Die Liutizen und Obdriten, in: Baltische Studien, 22. Jahrgang, Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde, Stettin 1868, Nr. 44-46 S. 287-294

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[1]    Wid. 3, 70. 1, 36 (darnach Thietm., A. Saxo), neben ihnen Wilti als Theil.

[2]    Als gegen sie ist dort der damalige Feldzug gegen die Ukrer bezeichnet. Diese gehörten zunächst dem Vorort, dadurch dem Bunde an s. §. 46.

[3]    In dieser met. Sl. Ward 1066 der zu Mecklenburg gefangene Bischof hingerichtet. Ad. Br. 3, 50 (also von hier ging der Aufstand aus); hier war ein concilium paganorum id. Schol. 71. Hier schwor der Obdritenfürst dem Bunde §. 56.

[4]    Ad. Br. 2, 18. Helm.

[5]    Ad. Br. 2, 19.

[6]    Thietm. 6, 17. 18. wo Anm. v. Pertz: der Gott zuar. auch im Meißnischen verehrt.

[7]    Bert. Const. 1067. Bernold 1067. A. August 1068. Das muß in den Feldzug gehören, den A. Altah., Laub., Weissemb., Sigeb. Gembl. 1069 setzen, und zwar gleich nach Weihnacht, also der Aufbruch noch 1068.

[8]    Vergl. polnisch pisarz Schreiber von pisac schreiben, wotarz Ochsentreiber von wól Ochse.

[9]    Herr? (So gazda bei den Ungarn, die sind Turken wie der Herenstand bei den meisten Slawen.) Auch in Personennamen, Dobro-, Mile-, c. 560 Kela- gast. Aber Gestimulus = Gocimysl, Gostislaw = Gocislaw sind vom Stamm cht, chc begehren, gern = Gerhug, Gerhard. In den vielen Ortsnamen, z.B. Gust, Velgast (Vilegust), Mel-, Gor-, Ne-, Biete- gast, Bydgosc (Bromberg, Braborg), Wolgast s. A. 101 deute ich durch altpolnisch chost, chast (jetzt chaszsz) dichtes Gebüsch; die ersten Sylben jener Namen sind = groß, klein, Berg, nicht, Streit, in Südpolen liegt zawychost Kosegartens Deutung durch gosc, Gast hospes = hostis, eigentlich Fremder, paßt weder zu Personen noch zu Orten.

[10]  S. Stolle Gesch. n. Beschr. von Demmin S. 6. 30 ff. 473. 475. 478 und den Plan der Umgegend. Seine Angaben sind unverdächtig, da er dabei gar nicht an Redre denkt, dies im See bei Cummerow sucht.

[11]  Ad. Br. 2, 18. Helm. 1, 2.

[12]  Ad. Br. 3, 21 nach dem Bericht zweier Theilnehmer am Zuge, eines edeln Nordalbingen und des Königs Svein (3, 22). Nach Helmold (1, 22) sind die Kizziner den Czirspaniern verbündet; wenn, dann nur in den 2 letzten Schlachten. Über das Jahr s. §. 58 A. 114.

[13]  Andr. V. Ottonis 3, 5 Jasch.

[14]  Ad. Br. schol. 71.

[15]  Im Polnischen ist dym 1. Rauch, 2. Rauchfang, 3. Wohnung in dem Sinne, wie wir Feuerstelle brauchen; das Adj. Dymne Rauchfangsgeld = Haussteuer, Giebelschoß, gabelle. Auch die Rauchhühner, pulli fumigales wurden bei uns (wie die Rauchgänse an die Pfarren noch) weder rauh, mit Federn, noch geräuchert gegeben, sondern sind die Abgabe von Häusern im Gegensatz derer vom Acker, wie das Landbuch der Churmark von 1375 und die Ordensregister über das Lauenburg-Bütowsche bei Cramer zeigen.

[16]  Verglichen ist eine postulirte Insel im Cummerowschen See (A. 96), Rieth Ryte am Neuwarper, vornehmlich der Prillwitzer See. Die hier angeblich gefundenen Gützenbilder sind Werk des Betruges. Den Credit, den die Stelle durchs Lischs Annahme, Radwir sei der Redarengau, etwa gefunden, nimmt ihr unsre Unterscheidung beider §. 33.

[17]  Wologost 1140, Woligast 1113, Ologast 1128, Walegost 1177, Wolegast 1186, Wolgust 1189, Walgust 1194. Die zweite Sylbe s. A. 95. Wal, wala große Welle, von walam = volvere, wallen altd. vom Meer, wol, wul = Wulst. Wolgast heißt und hieß 1243 der See bei Corschwant auf Usedom, der durch Wald von der Ostsee getrennt wird, ursprünglich wol dieser.

[18]  Davon ist auch Jarimar, Jeromar oft mit G geschrieben.

[19]  Zwawy ist Adj. von zywie; raz altrussisch ausbreiten, roz im pln. ist praepos. insep. = auseinander. Zeuß (36) hält den Namen für corrumpirt aus Swantewit; so kann man alles, was gelüstet, beweisen.

[20]  Thietm. 6, 17. 18. wo Anm. v. Pertz: der Gott zuar. auch im Meißnischen verehrt.

[21]  Vgl. Ust, Uscz, Uscie an der Mündung der Kuddow in die Netze, Ust-vice (-dorf) nach Thietmar = Wolmirstedt an der Md. der Ohre.

[22]  Vgl. §. 24. zu A. 169.

[23]  Vgl. zywy = vivus, zar = uro, buro, barnen.

[24]  Liutici, -zi, -cii in A. Quedl., Hildes., Lamb., bei Thietm., Herm. Contr., im Siegel Herzogs Boguslaw von 1170; Leutici, -cii, ciani (ёu) Thietm., Ad. Br., Siegeb. u.a., U. Von 1215; Luitici, -cii, -tia Canap., A. Hildes. pp. U. 1187, Lutici, -cii Cosm., Helm., also die spätern.

[25]  Petersberger Chronik (Montis sereni NO. von Halle).

[26]  §. 29. A. 214,

[27]  König Otto verheert 995 Obdriten und Wiltii Thietm. 4, 12. Obdr. et quasdam Wlotaborum terras A. Quedl., war 10. Sept. zu Mecklenburg, 3. Oct. in pago Tholensani, 6. Oct. in Havelberg, v. Raumer Reg. 333-335.

[28]  Ad. Br. 3, 21 nach dem Bericht zweier Theilnehmer am Zuge, eines edeln Nordalbingen und des Königs Svein (3, 22). Nach Helmold (1, 22) sind die Kizziner den Czirspaniern verbündet; wenn, dann nur in den 2 letzten Schlachten. Über das Jahr s. §. 58 A. 114.

[29]  §. 29. A. 214,

[30]  Havelberg 1128 in ora Leuticiae Andr. V. Ottonis 3, 3 Jasch.

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