OESTEN/1912/LIEPS, TOLLENSE, FISCHERINSEL


Autor: Gustav Oesten
Jahr: 1912
Ort: Gebiet um die Lieps und Tollense, Fischerinsel
Bibliografische Angaben: Oesten, Gustav: Die Ergebnisse der Rethraforschung, Sonderdruck der Landeszeitung für beide Mecklenburg in Neustrelitz, Buchdruckerei der Landeszeitung, Neustrelitz 1912
Originaltext


Kurzvorstellung:
In diesem Beitrag fasst Gustav Oesten seine Rethra-Forschungen zusammen, die er nach einem Ausflug der Berliner Anthropologischen Gesellschaft im Jahre 1903 wieder aufgenommen hatte.
Die Konzentrierung der Forschung auf das Gebiet um die Lieps und die Tollense und die beabsichtigten Nachweise wurden dabei durch die im März 1904 gegründete Rethra-Kommission festgelegt.
Im Einzelnen geht Oesten auf die Hypothese Prillwitz=Rethra ein. Diese wurde 1610 von Latomus aufgestellt und blieb bis 1835 dominierend, als die Fälschung der Prillwitzer Idole festgestellt wurde. Danach gab es Hypothesen die Rethra in Wustrow, auf der Fischerinsel, am Bacherswall und auf dem Hanfwerder vermuteten.
Oesten führt zunächst eine interessante Übersetzung des Textes von Thietmar von Merseburg zu Rethra (Riedegost) an. Dann widmet er sich den einzelnen  Örtlichkeiten und den Funden daselbst:

– dem Hanfwerder (burgwallartig befestigter Wohnort, aber keine Tempelstätte)
– dem Bacherswall (Burgwall, Besiedlung nachgewiesen, wegen der Stauung ab 1287 durch die Vierrademühle, die von Bernward von Raven errichtet wurde, zu großen Teilen unter Wasser)
– dem Binsenwerder und dem Kietzwerder (unter Wasser, kommt in Sagen vor, starke Besiedlung nachgewiesen)
– Prillwitz (keine wendische Besiedlung festgestellt)
– dem Nonnenhof (dreieckige Grundform der Insel, drei Eingänge und ein über 420 m nachgewiesener Brückenverlauf )
– der Fischerinsel (die aufgrund ihrer Funde, u.a. einem Pferdeskelett, von ihm als „Versammlungsplatz“ mit den Resten des Tempels gedeutet wurde)

Als Abschluss sieht Oesten Rethra als aufgefunden an. Als Aussicht für künftige Zeiten benennt er die Möglichkeit durch Melioration die Reste Rethras wieder bequem zum Sammeln zugänglich machen zu können.

2 Kommentare zu “OESTEN/1912/LIEPS, TOLLENSE, FISCHERINSEL

  1. In welchen Verhältnis steht der Gott Radegast der Redarier mit dem Fürsten Rhadgast der Wandalen in der Chronik von Samuel Buchholtzen 1753 “ Versuch in der Geschichte des Herzogtums Mecklenburg ?

    • Ob es einen Bezug von dem tatsächlich überlieferten gotischen Heerführer Radagaisus (5. Jh. n. Chr.) zu dem wesentlich später erwähnten Radegast gibt, ist unbekannt. Die Herstellung dieses Bezuges bei diversen Autoren im 18. Jh. so auch bei Buchholtz, kann wohl am ehesten mit der lebhaften Phantasie derselben erklärt werden.

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