Georg Christian Friedrich Lisch: Umwallung von Rederank, nach Berichten des wailand Pastors Vortisch zu Satow mitgetheilt


Geord Christian Friedrich Lisch: Umwallung von Rederank, nach Berichten des wailand Pastors Vortisch zu Satow mitgetheilt (1879) (PDF)

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IV.
Umwallung von Rederank.
Nach Berichten des wailand Pastors Vortisch zu Satow mitgetheilt
von Dr. G.C.F. Lisch.

Der vor einigen Jahren verstorbene Pastor Vortisch zu Satow bei Kröpelin, ein eifriger Freund und Förderer des Vereins, entdeckte vor mehr als 12 Jahren auf dem an Satow grenzenden Gute Rederank eine merkwürdige alte Umwallung und sandte im Jahre 1867 eine Beschreibung mit Zeichnungen von dem damaligen Küster Matthes an den Verein. Da er dabei weit reichende Vermuthungen über die Bedeutung dieser Umwallung aufgestellt hatte, so ging diese Beschreibung zur größern Klärung und Begründung zwischen Vortisch und seinen Bekannten und Freunden und auch Beamten des Vereins lange Zeit hin und her, bis sie irgendwo hangen geblieben und jetzt nicht wieder zu finden ist, besonders da alle betheiligten Personen theils abgetreten theils gestorben sind.

Da aber das alte wendische Rethra in neuester Zeit wiederholt wieder zur Sprache gebracht ist (vgl. oben S. 37 flgd.), so halte ich es für angemessen, die Entdeckung des Pastors Vortisch nach dessen Briefen an mich, die ich aufbewahrt habe, hier mitzutheilen, um die Nachricht für etwaige künftige Forschungen zu erhalten. Vortisch schreibt über diese Umwallung Folgendes.

„Auf dem Felde des Gutes Rederank in unmittelbarer Nähe des Dorfes Satow liegt auf einem Hügel von hohen bewaldeten Wällen umgeben in der Tiefe innerhalb der Wälle eine kleine, von einem Graben umgebene, (künstliche) bewaldete Insel, welche jetzt das „Grundbruch“ genannt wird.“

Ich zögerte damals, diese Beschreibung gleich und ganz in die Jahrbücher aufzunehmen, da Vortisch sehr weitgehende und wagliche Vermuthungen über die Bedeutung dieser Stelle aussprach, über die ich mich mit ihm zu verständigen hoffte. Vortisch wollte die Bedeutung der Umwallung aus dem Namen Rederank erklären und hielt diesen Ort für ein Heiligthum der Redarer. Er sagt: Reder ist das Volk der Rederer, und Rank bedeutet im Slavischen: Ring. „Reder-Rank“ ist also so viel als „Ring der Rederer“. Man verehrte hier den Götzen Radegast, da ein benachbartes Gut den Namen Radegast führt. – Vortisch führt noch zur Vergleichung an, daß der Müritz-See an der nord-östlichen Seite in der Nähe der Rederer einen kreisförmigen Busen von der Gestalt des Grundbruches hat, welcher auch „der Rederank“ heißt. Im Besondern hält Vortisch das Grundbruch von Rederank für einen „Hain der Hertha“.

Da nun solche Anschauungen längst überwundenen Standpunkten angehören, so habe ich Bedenken gehabt, die ganze große Abhandlung gleich Anfangs mitzutheilen. Die Bezeichnung der Lage und Gestalt des Grundbruches wird zum Leitfaden für künftige Forschungen genügen.

G.C.F.Lisch.

Lisch, G.C.F.: Umwallung von Rederank, nach Berichten des wailand Pastors Vortisch zu Satow mitgetheilt, in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde, 44. Jahrgang, Schwerin 1879 S. 40-41

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